Das Internet in der Krise – Anonymous macht mobil!

Na, so langsam sollte man sich doch fast Gedanken machen, was da mit dem Internet los ist.

Zum einen spielt die GEMA in Deutschland verrückt. Dass man schon etwas Glück haben muss, um sich Musikvideos auf YouTube ansehen zu können, daran hat man sich mittlerweile gewöhnt. Notfalls konnte man sich ja den Song immer noch (ohne Video) auf Grooveshark anhören. Bis heute. Seit einigen Stunden ist nämlich auch dieser Kanal zur legalen Verbreitung von Musik geschlossen! Die GEMA verlangte von Streaming-Dienst (wie auch schon von YouTube) Gebühren in nicht bezahlbarer Höhe, mit dem Resultat, dass deutsche Nutzer keine Musik mehr über den Dienst hören können.

In diesem Zuge will ich noch einmal auf die Kommentare eines Videos von Anonymous Hinweisen. Als Reaktion auf die Sperrung der YouTube-Videos veröffentlichte das Hackerkollektiv ein Video-Statement.

Dort, und in den Kommentaren, wird auf verschiedenen Möglichkeiten (z.B. DIES oder JENES) hingewiesen, wie man die Sperrung für die Videos umgehen kann, indem man seinen Standort verschleiert. Da Grooveshark ja ebenfalls die Musik nur deutschlandweit sperrt, sollten diese Möglichkeiten auch wieder Zugriff auf dieses Portal ermöglichen. (Ich kam leider noch nicht dazu das zu teste. Erfahrungsberichte kommen später per EDIT.)

 

 

Zum anderen wären da noch diverse Beschlüsse der amerikanischen Regierung, welche zur Zensierung des Internets führen. Genauer: Es geht um die Gesetzesentwürfe “SOPA” (Stop Online Piracy Act) und “PIPA” (PROTECT IP Act), welche erlassen werden um (wie der Name schon vermuten lässt) besser gegen Web-Piraterie bzw. Web-Kriminalität vorgehen zu können. Auch hier schaltet sich Anonymous ein und formierte schon vor 2 Monaten unter „#opBlackout“ eine Gegenbewegung.

Heute begann sie dann, eine der größten Protestbewegungen der Internet Geschichte. Unter dem Banner des „Blackout Day“ stellten heute diverse englischsprachige Websites (und diverse andere, die einfach aus Solidarität mitmachen) ihre Funktionalität ein. Eine Liste der Websites gibt es -> hier <-. Der größte und wohl auch populärste Teilnehmer: Wikipedia. Gründer Jimmy Wales (das ist der Kerl dessen Bild immer neben den Spendenaufrufen zu sehen ist) äußerste sich gegenüber der Daily News

„If passed, this legislation will harm the free and open Internet and bring about new tools for censorship of international websites inside the United States,“

Die englische Seite der Wikipedia ist also seit einigen Stunden nicht mehr erreichbar. Stattdessen sieht man nur das:

Auch andere große Firmen wie Facebook oder Google.com machen Stimmung gegen die Beschlüsse der amerikanischen Regierung. Zwar sind die Reaktionen nicht so drastisch wie die von Wikipedia aber die durch ihre Unterstützung entstehende Omnipräsenz hilft wahrscheinlich ebenfalls die Fehlentscheidung von SOPA und PIPA aufzuhalten.

 

Fest steht: Es muss etwas passieren! Es bleibt zu hoffen, dass auch die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger „Flagge zeigen“ und sich gegen die Entscheidung ihrer Regierung zu stellen! In diesem Sinne …

.. just my 2 cents ..

10 comments

  1. ToBa

    Google und Facebook hätten sich für den Zeitraum genauso abschalten müssen, wie Wikipedia.
    Ein harmloser Satz wie bei Google ist lächerlich!

  2. Franzi

    vielleicht als Ergänzung:
    …nicht nur amerikanische BürgerInnen und Firmen, die „Flagge zeigen“ müssen… nicht nur SOPA und PIPA,
    auch ACTA: http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet
    es macht also als EuropäerIn vielleicht nicht nur Sinn der GEMA einen netten Brief zu schreiben, sondern auch seinen Abgeordneten
    viele Grüße
    Franzi

  3. Pingback: Ansgar Heveling gegen den Rest der Welt – Vom Denunziant zum Denunzierten | LOfter

  4. Pingback: ACTA – Zensur der freien Meinungsäußerung nun auch in Europa | LOfter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.