Dragon Age 2 – Review

Nachdem vorletzten Freitag das heiß ersehnte Päckchen mit Dragon Age 2 ankam, war klar was die nächsten Tage zu tun war. Also habe ich in rekordverdächtigen 7 Tagen (naja … so wenig ist das eigentlich doch nicht :X) die Haupthandlung und alle mir in diesem Durchlauf möglichen Nebenmissionen durchgespielt und komme nun endlich zu einem Fazit. Nachdem ich nach der Demo schon etwas skeptisch war, haben sich leider ein paar meiner Befürchtungen bestätigt!

UPDATE: Da ich danach gefragt wurde und ich diese Frage durchaus für berechtigt finde: für diesen (meinen ersten) Spieldurchlauf habe ich 26 Std. Spielzeit benötigt. Ich habe mich (wie oben beschrieben) bemüht, alle Aufträge denen ich über den Weg gelaufen bin zu beenden. Dass das nicht alle waren ist allerdings recht wahrscheinlich.

UPDATE 2: Bin jetzt momentan in meinem zweiten Run schon bei über 32 Std. und habe noch einiges vor mir. Habe mich beim ersten Durchlauf halt wirklich nur um die Aufträge gekümmert, die mir ins Gesicht gesprungen sind. Die Spielzeit ist also auf jeden Fall in Ordnung.

Das erste was mir auffiel: es ist leicht! Natürlich hätte da eine höhere Schwierigkeitsstufe wahrscheinlich Abhilfe geschaffen (ich habe es auf „Normal“ gespielt) aber die erste Kämpfe nach dem Prolog (das war übrigens der Teil, der in der Demo spielbar war) waren wirklich zu simpel. Natürlich hilft so ein System, neue, im Genre unerfahrene Spieler bei der Stange zu halten aber ich kann mich nicht erinnern so etwas in Dragon Age: Origins erlebt zu haben. Die Charakter machen so hohen Schaden, dass von besonderen Fähigkeitskombinationen komplett abgesehen werden konnte (war eigentlich bis zum Ende nicht nötig) und die Gegner plänkelten so gelassen herum, dass auch mal ein Schurke als alleiniger Frontkämpfer fungieren konnte.

Der zweite Punkt der mich etwas enttäuscht hat, war die Spielwelt. Reiste man in DA:O noch zwischen diversen Großstädten, wie Orsamar, Redcliff oder Denerim hin und her, spielt sich die Handlung von DA2 fast ausschließlich in der Stadt Kirkwall ab. Hier kann man zwar bei jedem Stadtteil zwischen einer Tag- und einer Nachtvariante wählen aber da war DA:O doch wesentlich besser aufgestellt.

Für DA:O Spieler ebenfalls ärgerlich: die in DA:O gespielte Handlung wird nur sehr oberflächlich berührt. Zwar kann man am Beginn des Spiels verschiedene Einstellungen tätigen, welche den Ausgang von DA:O in DA2 nachempfunden sein sollen (oder man kann den alten Spielstand einfach in DA2 importieren), allerdings sind die Punkte in denen die alte Handlung die neue beeinflusst sehr übersichtlich. Lediglich die Wahl ob man Alistair in DA:O auf den Thron gesetzt hat oder nicht, wirkt sich merkbar auf das Ende von DA2 aus.

Auch die Story ist lang nicht so fesselnd wie die von DA:O. Die Rahmenhandlung beschreibt einen Zwerg (ein späterer Weggefährte von euch), der einer „Sucherin“ die Geschichte von euch, dem „Champion von Kirkwall“, erzählt. Die Handlung, die von euch gespielt wird lässt dann allerdings etwas zu wünschen übrig. Es ist kein roter Faden bzw. ein großes Ziel á la „Wir müssen die Oberhäupter aller Städte vereinigen“ vorhanden. Die Haupthandlung definiert sich vielmehr aus vielen kleinen Aufgaben in denen zwar immer die großen Themen (Magier vs. Templer / Kirkwall vs. Qunari) aufgegriffen aber nie wirklich angegangen werden.

Erst zum Ende hin nähert sich DA2 mehr seinem Vorgänger an. Kämpfe gegen Endbosse die verschiedenen Phasen durchlaufen (wohl auch etwas von anderen Genrekollegen beeinflusst), komplexe Handlungen der Begleiter oder Entscheidungen die zwar in dem Moment nicht wichtig erscheinen, letztendlich aber große Auswirkungen auf das restliche Spielgeschehen haben. Diese Dinge lassen dann doch etwas über den etwas „schwachen“ Rest des Spiels hinwegsehen.

Auch wenn es jetzt nicht so den Eindruck macht aber ich hatte wirklich Spaß an dem Spiel. Ich muss gestehen, dass meine Erwartungen bei dem grandiosen Vorgänger doch sehr hoch gegriffen waren aber das ist wohl auch legitim. Von dem Vergleich, was möglich gewesen wäre, abgesehen, ist Dragon Age 2 ein wirklich guter Abkömmling seiner Art. Die Mischung zwischen Action und RPG ist zwar vielleicht etwas zu Gunsten der Action Freunde ausgefallen, macht aber alles in allem eine gute Figur. Auch Story, Spielwelt sowie Tiefe des Spielgeschehens stehen dem Durchschnitt der Genrekollegen in nichts nach. Wer allerdings einen Kracher wie Mass Effect, Drakensang oder Dragon Age: Origins erwartet, könnte bei diesem Spiel etwas enttäuscht werden.

In diesem Sinne …

.. just my 2 cents ..

6 comments

  1. Du schreibst du hast 26 Std. gebraucht? :D Da hast du aber einiges ausgelassen. Ich bin noch nicht durch und schon bei 43 Stunden. Sicher nicht so lange wie Teil eins, aber entgegen des momentanen Trends doch ziemlich lang.

    Das die Handlung von DAO nur angekratzt wird halte ich nicht für einen Kritikpunkt, sondern eher für Positiv. Würde mir sonst zu langweilig.

  2. _LOfter_
    Author

    Ich bin jetzt auch beim zweiten Run schon bei 32 Std und habe noch einiges vor mir. Habe halt wirklich vornehmlich die Haupthandlung abgeklappert und nicht nach Nebenquests „gesucht“.

    Mir gefällt es halt immer, wenn nach so einem großartigen Teil wie DAO. hier und da noch mal ein kleiner Hinweis zum alten Teil auftaucht. Das muss ja nicht unbedingt störend für Neueinsteiger sein (z.B. finde ich es in der Mass Effect Reihe sehr gut gelößt). Ich hätte mich z.B. echt gefreut, wenn ein Gefährte aus DAO irgendwie noch mal als mögliches Partymitglied aufgetaucht wäre.

    Würde mich auf jeden Fall freuen wenn man auch ein Review von die auf chaosmacherin oder pecfem zu sehen bekäme :)

  3. Ich bin geade beim Durchstöbern deines Blogs auf einen deiner Artikel zu DA:O gestoßen. Teil 1 habe ich damals ein paar Monate nach dem Release geholt. Das Spiel versteht wirklich zu fesseln. Von daher konnte ich Teil 2 kaum abwarten.
    Den habe ich mir zu Beginn der letzten Semesterferien (direkt nach der Einsicht zur OOPM Klasur :D) geholt. Ich habe das Spiel gespielt es hat ganz gut gefallen, wurde nach einiger Zeit aber doch recht eintönig. Ich habe aber direkt alles genau nach Quests abgesucht. Dennoch war es ein ziemlich schnelles rumgerenne von A nach B und wieder zurück. Ich habe auch den Schwierigkeitsgrad um eine Stufe erhöht. Auf der höchsten Stufe gab es allerdings nur noch Frust. Das letzte Ereignis, das mir noch präsent ist, ist der Tod von Bethany, nachdem ich aus den tiefen Wegen kam. Ich glaube, ich habe aber noch ein gutes Stück weiter gespielt. Vielleicht kann ich mich ja in diesen Ferien mal dazu aufraffen das Spiel mal fertig zu machen (insofern ich den Spielstand noch habe :D) An Teil 1 kommt Dragon Age 2 aber leider bei weitem nicht ran :(

  4. _LOfter_
    Author

    Also ich kann nur empfehlen das Spiel eher als Action lastig anzusehen und mehr auf Spaß als auf strategisches Niveau zu setzen. Dann hat man auch ein wenig mehr von der Story weil es sonst, wie du schon geschrieben hast, schnell zu frust kommt. Das Durchspielen zieht sich dann sehr.
    Im zweiten Durchlauf dann aus den Gegebenheiten lernen, das in die Charakterwahl einfließen lassen und dann klappt das mit den hohen Schwierigkeitsgraden auch ohne mit annehmbarer Menge Frust ;).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.