Nächster bitte …

Es gibt ja mittlerweile schon allerlei kuriose Chat und Community Seiten im Internet. Aber eine neue Art des Abstrusen ist wohl die Entwicklung des so genannten „Chatroulette“. Als ich die Nachricht über die Existenz dieser Seite vor ca einem Monat bei den RTL 2 Nachrichten (ja, das war jetzt mein Outing!) gesehen habe, dachte (oder hoffte) ich auf eine recht kurzlebige Szene die sich vor ihrem eigentlich Auftreten auch schon wieder in Luft auflöst, aber weit gefehlt. Aber erstmal für die, die nicht wissen was Chatroulette ist, hier eine kurze Erklärung: www.zuFaulSelbstEineZuSchreiben.de.

Jetzt stolper ich sogar schon bei meinen täglichen Müßiggängen durch das Internet immer wieder über das Thema. Basic Thinking verfasste die Tage den ersten Artikel, YouTube hat schon die ersten User die das Portal für abgefahrene Videos nutzen. Aber warum zur Hölle sollte ich mich mit wildfremden Leuten am anderen Ende der Welt unterhalten wollen? Und wie soll ich außerdem das Manko wett machen, dass ich nicht weiblich und großbusig bin was mich schon für ca 90% der Chatroulette User uninteressant macht? Allerdings muss ich zugeben, dass die Möglichkeit einfach jemanden zu nexten (!!!achtung!!!: Anglizismus + Neologismus = recht dümmliches Wort) vor allem im realen Leben durchaus seinen Reiz hätte. Ich glaube jeder kennt das Gefühl aus irgendeinem Grund auf einer Feier in einem Gespräch mit einer mehr oder weniger bekannten Person verwickelt worden zu sein und nach 5 – 10 Minuten aus einem Meer sinnloser Konversation zu erwachen und zu merken, dass irgendetwas gerade gehörig schief läuft! Nun will man ja nicht unbedingt unhöflich sein und einfach das Weite suchen, sondern versucht irgendwie das Gespräch höflich aber bestimmt einem Ende entgegen zu bringen. Meist sind diese Charaktere an die man in dieser Situation dann geraten ist, meist allerdings auch die, die ein unglaubliches Talent besitzen diese Hinweise zu umgehen und wieder in einen Redeschwall zu verfallen. Hier ein dezenter „Next“-Button in der oberen linken Ecke des Blickfeldes, der den Gegenüber wieder in die Weiten der Welt hinausschießt, was ein Wiedersehen höchst unwahrscheinlich macht, wäre wohl ein wahrer Segen! Bis dies möglich ist hoffe ich allerdings, dass Chatroulette doch bitte möglichst irgendwo in der Versenkung bleibt und nicht auch in einem Jahr zu den standard Community Sites dieser Welt zählt, gegen die man sich erst mit aktivem nicht-anmelden zu wehren versucht, früher oder später aber dann doch vom Mitläufertum eingeholt wird und sich der Masse beugt. In diesem Sinne

.. just my 2 cents ..

edit: bin grad beim surfen über einen anderen Blog von „Blogging Tom“ gestolpert der auch auf den Kerl aus dem im Artikel verlinkten Video aufmerksam geworden ist. Auf der Seite ist auch schon das zweite Video des Chatroulette – Pianisten zu sehen. Wirklich sehenswert!

1 comment

  1. Ach, das ist doch nichts neues…und komplett verschwinden, wird es auch nie. Chatroulette ist außerdem bloß die etwas erweiterte(oder „perversierte“) Version von Omegle.
    Das is auch irgendwie nur aus der Versenkung aufgetaucht, weil seit einer Weile irgendwie die Geek/Nerdbewegung losgebrochen ist und alle mit Worten wie „Apps“, „Widgets“ und sonstwas um sich schmeißen. Das gehört alles zusammen irgendwie.

    Ansonsten ist es ab und an ganz amüsant sich high da druchzuclicken :D Und mit ein bisschen Glück landet man bei einem Haufen Menschen, die sich vor eine Webcam quetschen und sich im selben Zustand befinden.

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