Der Schläfer …

Es gibt eigentlich zwei Arten von Schläfern: der Eine, der mit runtergelassenen Rollläden und totaler Dunkelheit die Nacht in einer Atombunker-ähnlichen Umgebung verbringt. Der Andere, der es (wenn überhaupt) bei Gardinen belässt und damit jeden Morgen von einem Sonnendurchfluteten Zimmer fröhlich aus dem Bett gelockt wird (das „fröhlich“ ist selbstverständlich Ironie weil ich eher zur zweiten Kategorie gehöre und ein ausgesprochener Morgenmuffel bin!).

Merkwürdig wird die ganze Sache nur wenn sich jemand der einen Kategorie in die Umgebung eines Mitgliedes der anderen Kategorie verirrt und dort gedenkt zu nächtigen.

Szenerie 1: Nehmen wir also an, dass der Dunkelheitsfanatiker bei dem Sonnenanbeter übernachtet. Die ungewohnt helle Umgebung stört ihn schon nachts. Straßenlaternen, Autoscheinwerfer und diese vermaledeiten Sterne (vom Mond ganz zu schweigen) machen das Schlafen für unseren Außenwelt-scheuen Besucher ungemein schwer. Das eigentlich Schlimmste erwartet ihn allerdings erst morgens. Durch ihre Abschottung sind die meisten dieser Lichtscheuen Menschen ungemeine Langschläfer. Nun hat diese Welt allerdings die störende Eigenschaft, morgens die Sonne aufgehen zu lassen und damit auch alle Räume die sich nicht vor ihr per Rollläden schützen, mit Licht zu fluten. Für den Dunkelschläfer ist das das Ende der Nacht! Von Haus aus ist er gewohnt, dass es nur dunkel und hell gibt und „dunkel = schlafen“ und „hell = wach sein“ bedeutet. Er liegt also wach und nicht im Stande seiner Müdigkeit nachzugeben im Bett. Besonders schlimme Exemplare sehen an diesem Punkt nicht ein warum der Sonnenanbeter jetzt die Genugtuung bekommen sollte länger zu schlafen und wecken diesen (das kann zum Untergang ganzer Kulturen führen!!!) aber dieses Problem ist wohl eine ständige Diskrepanz zwischen Frühaufstehern und Langschläfern.

Szenerie 2: Der Lichtfreund übernachtet in voller Dunkelheit. Durch jahrelanges Training hat der Lichtfreund eine Technik entwickelt die es ihm ermöglicht nur an der Helligkeit im (eigenen) Zimmer zu erahnen wie spät es ungefähr ist. Dies macht einen Wecker oder eine Uhr an Tagen an denen man nicht an irgendeiner unchristlichen Zeit (vor 11:00) aufstehen muss eigentlich hinfällig. Diese Technik bewirkt im Falle, dass der Sonnenanbeter bei runtergelassenen Rollläden schlafen muss, dass er beim aufschlagen der Augen direkt merkt, dass es ja noch tiefste Nacht sein muss und sofort wieder in einen sorglosen Tiefschlaf fällt. Dieses Spiel kann so lange weitergehen bis der Lichtfreund entweder realisiert, dass er nicht in seinem sondern im Zimmer des Dunkelheitsfanatikers ist (dieser Gedankengang ist nicht so leicht wie er sich anhört!) und doch mal die Uhr zu Rate zieht oder irgendjemand mit den Worten „du schläfst ja immer noch ….“ ins Zimmer platzt. Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings sagen, dass es auch ungemein entspannend sein kann in einem Zimmer ohne Sonneneinstrahlung zu schlafen. Allerdings kann man das glaube ich wirklich nur in seiner ganzen Wirkung wahrnehmen wenn man nicht am nächsten Tag pünktlich zu irgendeinem Termin erscheinen muss (das wird dann nämlich unter Umständen nichts …). In diesem Sinne …


..just my 2 cents ..

(Bildquelle)

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