iOS 5 – Alles ziemlich neu … für Apple!

Und wie gebannt saß der nerdige und der Apple-Fanboy Teil der Welt gestern vor den Live Tickern und verfolgte jeden noch so wichtige Zweizeiler, welcher aus Cupertino in den Äther geschickt wurde. Es war nämlich mal wieder Keynote-Zeit, was bedeutet, dass Apple mal wieder seine neuesten Errungenschaften der Öffentlichkeit präsentierte. Das Hauptthema des Abend war klar: das neue iPhone! Nachdem 2punkt1-Kollege Marius sich heute Mittag schon etwas über die „neue“ Hardware ausgelassen hatte, habe ich mich heute mal durch die tiefen der neuesten, mit dem iPhone 4S erscheinenden Version des Betriebssystems auseinandergesetzt.

(Bildquelle)

Was man nicht abstreiten kann: Es gibt neue Features. Eine MENGE neue Features. Allerdings sind viele einfach nur der alte Krempel mit neuem Design und werden, appletypisch, einfach zu neuen, tollen Sachen aufgebauscht, welche die Zukunft verändern werden. Ich beschränke mich hier mal auf die, in meinen Augen, wirklich wichtigen Neuerungen im System.

 

 

Das Nachrichtensystem

Apple hat sein Nachrichtensystem aufgemotzt. Eine neue Anwendung ist die „Mitteilungszentrale“, welche alle Messagingdienste des iPhones vereinen soll. Wenn man eine E-Mail, SMS, Kalender Erinnerung, Facebook Aktivität oder Ähnliches herein bekommt, macht sich das Benachrichtigungszentrum der Mitteilungszentrale bemerkbar. Um diese dann zu öffnen und einzusehen reicht es, einfach von oben nach unten zu streichen und schon hat man die neuesten Mitteilungen gesammelt vor sich. Die Sache scheint durchaus praktisch, allerdings wird abzuwarten sein, inwiefern Drittanbieter-Apps Zugang zu dieser Mitteilungszentrale haben. Bleibt es nur Facebook und Twitter, wegen ihres Bekanntheitsgrades überlassen oder darf jeder der will mit seiner App in das zentrale Benachrichtigungssystem?

Die zweite Neuerung ist ein klassischer Fall von „klauen wir uns die Idee bei der Konkurrenz und machen dessen Produkt dadurch hinfällig“. Apple hat sein SMS-System nämlich so umgebaut, dass sich iOS 5 Benutzer über das Internet Kurznachrichten zusenden können. Wer sich bei dieser Technik etwas an bekannte Anwendungen wie „WhatsApp“ oder „Ping!“ erinnert fühlt, dem sei gesagt: richtig! Es ist genau das Gleiche! Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass kein anderer Hardware-Nutzer Zugang zu diesem System hat. Bei WhatsApp & Co. konnte man ja wenigstens noch mit den Android-Kollegen Konversation führen. Das ist wohl jetzt Geschichte!

 

 

Die Sache mit den Fotos

Jaja, die Kamera ist toll!

Eine der größten Neuerungen in der Hardware des iPhone 4S ist wohl die Kamera. 8 Megapixel, superschnell, usw. soll das neue Ding sein und da muss natürlich auch die entsprechende Software her.

Dabei ist Apple der Meinung, dass es bis jetzt einfach zu lang gedauert hat, bis der iPhone-Nutzer seine Kamera-App funktionstüchtig hatte, um sein wunderschönes Leben zu dokumentieren. Um dem entgegen zu wirken, ist die Kamera nun direkt aus dem Verriegelungsscreen aktivierbar. Damit man dann sogar nicht mehr diese nervigen Auslöse-Button auf dem Bildschirm suchen muss, reicht es nun, einfach auf die Taste „Lauter“ an der Seite des Gerätes zu drücken. Zusätzlich ist jetzt sogar in der Apple Kamera-Anwendung Zoomen möglich. Die Idee des digitalen Zooms auf dem iPhone war bis jetzt anscheinend nur Drittanbietern vorbehalten, jetzt zieht Apple nach. Mit Finger ziehen und herumtippen lassen sich Bilder nun vergrößern, Belichtungsgrade verändern und ein manueller Fokus setzen. Das können Apps von Drittanbietern schon seit Jahren! Toller Fortschritt!

Um die visuellen Leckerbissen dann noch schöner zu machen, bietet Apple mit iOS 5 nun auch einige Bildbearbeitungsoptionen an. Diese beschränken sich mit beschneiden, drehen, optimieren und rote Augen korrigieren zwar eher auf das Nötigste, eine notwendige Nachbesserung war es allerdings allemal!

 

 

Kabel? Nein, danke!

Eigentlich gibt es in der heutigen Zeit ja so ziemlich alles in einer kabellosen Variante. Um so erstaunlicher ist es, dass unsere Innovationsgenies aus Cupertino immer noch auf das alte Kupferstück setzen. Aber auch dem wird mit iOS 5 Abhilfe geschafft. Die iOS 5 fähigen Geräte können nun endlich kabellos miteinander und mit dem PC kommunizieren.

 

 

Und last but not least, die iCloud. Die Applewolke ist zwar weniger ein Teil von iOS 5, allerdings wird sie parallel zum neuen Betriebssystem an den Start gehen. Die iCloud ist Apples Antwort auf den allgemeinen Trend des Cloud Computing, also des Vernetzens mehrerer Endgeräte durch einen Server, welcher irgendwo auf der Welt steht. Wem das gerade etwas zu abstrakt erklärt ist, dem hilft dieses kleine Schaubild vielleicht:(Bildquelle)

Im Prinzip läuft es also so ab, dass iPhone, iPad & Co. auf die gleichen Daten zugreifen welche über einen externen Apple-Server miteinander synchronisiert werden. Eigentlich ist das auch nichts Neues. Den gleichen Spaß machen endlos viele Firmen jetzt schon und Google ist sogar im Begriff ein komplettes Betriebssystem mit dieser Technik auf dem Markt zu bringen (aber dazu mehr an anderer Stelle).

Apple propagiert dem gegenüber (wie immer), dass ihr Produkt zwar nichts Neues sei, es aber im Vergleich zu den Systemen der Konkurrenz besser und einfacher funktioniert. Damit ich mir hier nicht die Finger für die Begriffsstutzigen wund schreiben muss, gibt es glücklicherweise ein Video, das den ganzen Spaß wunderbar erklärt. Ansehen und gut finden!

 

 

Das ist natürlich nicht alles was das neue iOS 5 zu bieten hat. Wer sich die komplette Bandbreite der „neuen“ Features angucken möchte, sollte sich am Besten mal auf der offiziellen Apple Website umsehen. Da wird dann jeder Schrott beworben jedes Feature noch mal einzeln vorgestellt. ÜBRIGENS: iOS 5 wird nicht auf allen Geräten unterstützt. Sämtliche Hardware unter dem iPhone 3GS (welches ich besitze und daher gerad noch so mitspielen darf ;) ) muss draußen bleiben. Auch der iPod touch wird erst ab der 3. Generation iOS 5-fähig sein. In diesem Sinne …

.. just my 2 cents ..

(Alle Icons von Apple.com)

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