Google+: Und wie sagte der Igel zum Hasen?

Da Marius auf 2punkt1 schon das Google+ System inklusive der ganzen tollen, neuen Features vorgestellt hat, spare ich mir das jetzt (mehr oder weniger) und beschränke mich kurz auf das Wesentliche. Also:

Dass die beiden Web-Giganten Facebook und Google nicht all zu gut aufeinander zu sprechen sind, ist ja schon lange kein Geheimnis mehr. Der Suchmaschinenriese verdient Geld, indem er seinen Kunden die Aufmerksamkeit der Nutzer verkauft. Dies geschieht in Form von zielgerichteter Werbung und hervorgehobenen Suchergebnissen. Facebook dagegen hält in der momentanen Netzwelt eine Vormachtstellung, was genau diese Nutzeraufmerksamkeit angeht. Nirgendwo sind die Websurfer so oft und so lang wie auf der Website der Social Community. Dieses Potential hat Google schon vor langer Zeit erkannt und versucht nun, Facebook die Nutzer streitig zu machen. Der neueste Clou ist dabei das neue Projekt Google+, was an sich nicht mehr ist, als eine sehr an Facebook erinnernde Community Site mit allerlei netten Zusatzfeatures (wie gesagt: nähere Erklärungen auf 2punkt1).

Ich bin gestern Abend noch in den Genuss einer persönlichen Einladung zu der „Beta Testphase“ gekommen (vielen, vielen Dank dafür nochmal an @dasYuuji) und habe mir die ganze Sache und die tollen neuen Ideen mal angeguckt.

Als erstes fällt das aufgeräumte Design von Google+ auf. Ist man doch von Facebook, StudiVZ & Co. eine Masse an Buttons, Bildern und Funktionen gewöhnt, besticht der Google Ableger mit typischer Schlichtheit. Notwendige Funktionen sind schnell zu erreichen, meist unübersichtliche Vorgänge, wie das Strukturieren von Freundeskreisen (dazu später mehr) geschickt durch schöne Drag & Drop Funktionen gelöst. Ich habe zwar jetzt auch schon mehrere Stimmen gehört, nach denen das Design eher langweilig wirkt, mir gefällt es allerdings sehr!

In der Community angekommen wird man direkt mit Google Circles konfrontiert. Anstatt einer einheitlichen Freundesliste, bietet Google+ dem Nutzer an, seine Kontakte in verschiedenen Freundeskreisen zu ordnen. Diese Strukturierung erlaubt es, seine Konversationen bzw. „Statusmeldungen“ zielgerichtet bestimmten Personen oder Gruppen zugänglich zu machen. Diese Idee ist zwar nicht unbedingt neu, Facebook erkannte diese Möglichkeit auch und reagierte mit der Implementation der Facebook Groups, aber sehr viel besser und anschaulicher Umgesetzt als bei der Konkurrenz. Dieses System macht zum Beispielt auch eine Pinnwand für jeden individuellen Benutzer hinfällig, da Statusmeldungen auch lediglich für Einzelpersonen sichtbar gemacht werden können. Da im „Stream“ (aka. Timeline) die Meldungen allerdings lediglich die Beschreibung „Öffentlich“ (= für alle einsehbar) oder „Beschränkt“ (=irgendwer wird ausgeschlossen) bekommen, könnte es beim häufigem Nutzen von eingeschränkter Sichtbarkeit, auf den ersten Blick etwas unübersichtlich werden, welche Personen jetzt welche Statusmeldungen lesen können. Eine zusätzliche Spezifizierung von „Beschränkt“ wäre daher wünschenswert.

Die „Hangout“ Funktion ist wohl eine der mächtigsten Funktionen von Google+. Sie ermöglicht Nutzern eine Video-Voice Konferenz, und macht damit dem eigentlichen Platzhirsch auf diesem Gebiet, Skype, den Rang streitig. Nicht zuletzt weil die gleiche Funktion, beim softwarebasierten Skype auch noch kostenpflichtig ist. Bei einen kleinen Test stellte sich bei mir allerdings schnell Ernüchterung ein. Die Bildfrequenz von Google Hangout ist sehr träge und die Auflösung auch nicht so besonders. Zu Googles Verteidigung muss man natürlich den Beta Status des Projektes anführen, es bleibt aber abzuwarten inwiefern sich die Qualität dieses Features bis zum offiziellen Launch noch verbessert.

Dabei will ich es zu diesem Zeitpunkt auch erst einmal belassen. Andere Features (allen voran Huddle und das für Blogger sehr interessante Sparks) konnte ich bisher noch nicht ausreichend testen um mir eine Meinung darüber bilden zu können.

Meine spontane Meinung zu dem Projekt ist definitiv positiv. Zwar schwingt bei Google-Systemen immer der fade Beigeschmack der Datenkrake mit, allerdings bin ich eigentlich der Auffassung, dass meine persönlichen Daten bei Google dann doch etwas besser aufgehoben sind als bei Facebook (ohne da jetzt irgendwie auf diverse FB-Datenlecks aus der Vergangenheit anspielen zu wollen …… ). Die Frage ist natürlich wie gut die Benutzer die neue Community annehmen, oder ob vielleicht doch die Bequemlichkeit siegt und die Masse eher bei altbewährtem bleibt (vor allem in Anbetracht von fehlendem Farmville & Co. ;) ). Aber ich bin zuversichtlich! In diesem Sinne …

.. just my 2 cents ..

(Bildquelle)

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